Besuch der Blindenschule in Zollikofen
Um neun Uhr kommt uns Frau Niederhäusern am Empfang abholen. Sie erklärt uns den Ablauf des Morgens. Wir machen einen Postenlauf. Ich bleibe mit meiner Gruppe in einem Klassenzimmer (natürlich in Blindenschrift angeschrieben). Unser Thema ist: auf der Blindenschreibmaschine schreiben. Frau Niederhäusern erklärt uns, dass in der Brailleschrift jeder Buchstabe in sechs Punkten Platz hat. Die Schreibmaschine hat sechs Grundtasten, die man verschieden gleichzeitig drücken muss. Am Anfang ist es schwierig, aber wenn man es begriffen hat, macht es richtig Spass. Beim nächsten Posten wartet Kevin auf uns. Als er sich vorstellt, erfahren wir, dass er sechzehn Jahre alt ist, auf einem Auge blind ist und auf dem anderen nur noch zwei Prozent sieht und das nur verschwommen. Er erklärt uns, dass es zwei Arten von Blindenstock gibt (einen mit Zylinder und einen mit Kugel). Den uns bevorstehenden Parcours geht er einmal mit uns ab. Wir staunen, dass er genau weiss, wo die Katze ist. Ich frage ihn, warum er das wisse. Er antwortet: “Ja, wenn es draussen schneit, ist sie nie an einem anderen Ort als auf der Heizung.“ Jetzt sind wir an die Reihe. Wir müssen uns in Zweiergruppen aufteilen. Der eine bekommt eine Augenbinde und einen Stock, der andere muss ihn führen. Es ist ein komisches Gefühl, nur mit dem Stock bewaffnet durch das Haus, in den Lift, raus in den Schnee (wo man mit dem Stock fast nichts spürt) und eine Treppe hoch zu gehen. Alle haben es geschafft. Es hat einen kaputten Stock gegeben, aber sonst ist alles gut gegangen. In der grossen Pause stürzen wir uns alle sofort auf die grosse Rutschbahn, auf das Bähnli und auf die Kletternetze. Die sehbehinderten Kinder sind auf dem Pausenplatz geblieben, so dass wir die Pause in der Klasse verbracht haben. Nun kommt die Ludothek an die Reihe. Die Sehbehinderten können Monopoly, Domino, Quartett, das verrückte Labyrinth spielen, einfach fast alles, was wir spielen, wenn es nur ein bisschen verändert wird. Nach der Ludothek kommt wieder die ganze Klasse zusammen. Nun besuchen wir die Sammlung. Die Sehbehinderten können ja nicht Bilder ansehen, sie müssen anfassen. Also sind der Löwe, der Marder, die Eule usw. ausgestopft. Nun holen wir unser Turnzeug und lernen Torball spielen, eine Sportart, die die Sehbehinderten oft spielen. Leider ist die Turnstunde viel zu kurz. Jetzt essen wir zu Mittag, leider nur mit ganz wenigen Sehbehinderten. Danach gehen wir in unsere Schule zurück und besprechen die Exkursion mit Frau Rohr.
Jan Burckhardt, 4a
In der Blindenschule
Wir, die Klasse 4a waren am 24.1.12 mit Frau Rohr in der Blindenschule Zollikofen. Wir haben eine paar Unterschiede zu unserer Schule bemerkt. Wir haben Spiele gesehen, die hatten Stoffmännchen zum Ertasten. Im Monopoly war ein elektronischer Leser, der automatisch alles vorliest. Die Blindenschreibmaschine besitzt nur sechs Tasten. Sie ist eben anders gebaut, weil die Brailleschrift nur sechs Punkte hat. Es gibt zwei verschiedene Varianten von Blindenstöcken. Die eine hat vorne eine Kugel und die zweite hat vorne einen Zylinder. In der Blindenschule haben wir auch eine kleine Ausstellung gesehen mit mehreren ausgestopften Tieren, einigen Skeletten und auch mit Schädeln. Nach der Ausstellung durften wir in der Turnhalle blind Torball spielen. Wir hatten sechs Teppiche, einen Ball und zwei Schnüre. Die Regeln waren speziell. Ein Kind rollt den Ball unter den Schnüren durch. Die anderen Kinder müssen auf den Teppich hechten, damit der Ball nicht an die Wand rollt. Wenn er aber an die Seite rollt, ist der Ball wie draussen. Im Gegensatz zu unserer Schule essen alle blinden Schüler und Lehrkräfte in der Essstube das Mittagessen.
Dario Häfliger, 4a
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